NaPlacu

Innenhof der Erinnerungen

Willkommen und Witam!

Was verbinde ich mit Oberschlesien?

Diese Frage habe ich – Laura, 26-jährige Historikerin aus Leipzig – mir gestellt, als ich mein Projekt „naplacu“ gestartet habe. Schwierige Frage für jemanden, der den Ort nur aus Erinnerungen der Familie kennt…

Nach reiflicher Überlegung war ich davon überzeugt, es sind nicht (nur) die Kohlegruben, sondern die sog. „Familoki“ (die der Schlesienforscher Kamil Iwanicki als „schlesische Mikrokosmen“ beschrieben hatte) und insbesondere ihre Innenhöfe, der „plac“ – Hauptlebensmittelpunkt dieser Bergbauarbeiter-Siedlungen.

Der Innenhof erscheint nicht nur als Ort zwischen den Häusern, sondern als soziales Zentrum seiner Bewohner – „Na placu“ trafen sich die Kinder an der Klopfstange und spielten Fußball. „Na placu“ kamen auch die Erwachsenen zusammen: Hier traf man sich, hier tauschte man sich aus, hier stritt und lachte man.

Die Erinnerungen an diesen Ort sind bei den Spätaussiedlern noch sehr präsent, für die Kinder dieser Generation – wie mich – sind sie ein Ort, den man nur noch durch Erzählungen kennt und zu dem man sich durch eine individuelle, aber schwer greifbare Weise verbunden fühlt.

Diesen Ort aus den Erinnerungen möchte ich aufgreifen. Aus heutiger Sicht erscheint der Innenhof als ein selbstgeschaffenes und alltägliches „Begegnungszentrum“.

Mein Blog ist ein „digitaler Innenhof“ – Ein inklusiver Raum des Austauschs, des Wissen und vor allem der Geschichte(n) der Spätaussiedler und Spätaussiedlerinnen aus Oberschlesien – aber auch anderer Regionen – in Deutschland.

Also: „Komm, spotkomy się na placu!“

Das Projekt NaPlacu besteht aus zwei Teilen. Zum einen schreibe ich Artikel und Essays, die mit einer Kommentarfunktion versehen, zu Diskussion und Austausch anregen. Zum anderen bin ich auf der Suche nach Zeitzeugen, um ein Archiv der Zeitzeugen aufzubauen.